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Soy una tonta por quererte
Das neue Buch der Autorin von Las malas bestätigt Camila Sosa Villada als eine der stärksten Stimmen der zeitgenössischen Erzählkunst. In Soy una tonta por quererte versammelt sie neun Erzählungen, in denen die Grenze zwischen Realität und Wunderbarem ständig verschwimmt, mit einer Fantasie, die sich zwischen Intimität, Dunkelheit und Fantastik bewegt.
In den 90er Jahren verdient eine Frau ihren Lebensunterhalt als Mietfreundin für schwule Männer; in einem Raucherlokal in Harlem verbringt eine lateinamerikanische Travestie eine Nacht mit Billie Holiday; eine Gruppe von Rugbyspielern verhandelt den Preis für eine Sexsession und bekommt schließlich, was sie verdient. Nonnen, Großmütter, Kinder und Hunde entpuppen sich als ganz anders, als sie scheinen. Diese extravaganten und zutiefst menschlichen Figuren stellen sich einer düsteren Realität von ebenso seltsamen Orten wie sie selbst.
Mit einem unverwechselbaren Stil verbindet Sosa Villada das Populäre mit dem Barocken, die Chronik mit dem verdrehten Märchen. Sie ist fähig, einer Opfer der mexikanischen Inquisition eine glaubwürdige alte kastilische Sprache in den Mund zu legen und gleichzeitig dystopische Welten zu erschaffen, in denen das travestistische Dasein seine Rache nimmt. In diesen Erzählungen überschreitet die Autorin mühelos die Grenzen zwischen Realität und Magie und aktualisiert die mündliche Tradition mit einer kraftvollen, radikalen und sehr persönlichen Stimme.
Über die Autorin
Camila Sosa Villada (Córdoba, Argentinien, 1982) studierte Sozialkommunikation und Theater an der Nationalen Universität Córdoba. 2009 feierte sie ihr erstes Stück Carnes tolendas, retrato escénico de un travesti Premiere. Sie ist Autorin der Gedichte La novia de Sandro (2015), der Erzählungen Soy una tonta por quererte (2022) und der Romane Las malas (2020) sowie Tesis sobre una domesticación (2024).