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Tesis sobre una domesticación
„Eine einzige Travesti reicht aus, um die Fundamente eines Hauses zu erschüttern, die Knoten eines Versprechens zu lösen, ein Versprechen zu brechen, ein Leben aufzugeben.“ Die Schauspielerin, die Tesis sobre una domesticación erzählt, trägt diese Gewissheit mit sich, während sie sich zwischen unsichtbaren Abmachungen, überströmenden Wünschen und Bindungen bewegt, die sich nicht mehr halten können.
Im Zentrum des Romans steht eine bürgerliche Familie, die versucht, an einem ruhigen Leben festzuhalten, aber von inneren Höllen und verborgenen Schuldgefühlen umgeben ist. Erotik und Gewalt durchdringen ihre Beziehungen, doch es zeigt sich immer eine hartnäckige Zärtlichkeit, die sich weigert zu verschwinden. Die Domestizierung hat hier sowohl mit dem Körper und der Begierde als auch mit dem Haus, der Partnerschaft und dem Gebot der Normalität zu tun.
Wild und bewegend bestätigt Tesis sobre una domesticación Camila Sosa Villada als eine Schriftstellerin, die den Realismus bis an die Grenze spannen und die Erfahrung der Travesti ins Herz der Familie stellen kann. Mit einer intensiven und sehr bildhaften Prosa zeigt der Roman, wie die Suche nach kleinen Momenten des Glücks von einer Niederlage geprägt ist, die von Anfang an feststand.
Über die Autorin
Camila Sosa Villada (Córdoba, Argentinien, 1982) studierte Sozialkommunikation und Theater an der Nationalen Universität Córdoba. 2009 brachte sie ihr erstes Stück heraus, Carnes tolendas, retrato escénico de un travesti. Sie ist Autorin der Gedichte La novia de Sandro (2015), der Erzählungen Soy una tonta por quererte (2022) und der Romane Las malas (2020) sowie Tesis sobre una domesticación (2024).